{"id":749,"date":"2021-03-05T19:41:35","date_gmt":"2021-03-05T19:41:35","guid":{"rendered":"https:\/\/bestechlich.com\/?p=749"},"modified":"2021-08-23T20:14:01","modified_gmt":"2021-08-23T20:14:01","slug":"china-uebernimm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bestechlich.com\/?p=749","title":{"rendered":"China \u00fcbernimm"},"content":{"rendered":"\n<p>China ist nicht wie &#8222;der Westen&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p> China hat in seiner Geschichte bis zur Einigung nach Mao Zedong viele Prozesse durchgemacht. Eigentlich ist dieser Prozess auch nicht abgeschlossen. Aber darum soll es nicht gehen. Es geht um den chinesischen Weg, den <strong>Weg des Kollektivs<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich herrscht in China nicht der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Urkommunismus\">Urkommunismus<\/a>. Es regiert eine Partei nach kapitalistischen und darwinistischen Regeln. Auch wenn Xi Jinping als F\u00fchrer auftritt, kann doch vergleichsweise (In Nordkorea kann Kim Jong-un nur von seinem direkten, famili\u00e4ren Umfeld gest\u00fcrzt werden) leicht gegen ihn geputscht werden. Die Macht bleibt aber in der Partei. Eine Revolution von Unten scheint sehr unwahrscheinlich. Einerseits, da die zensierten Medien Massen lenken; andererseits wirkt die Bev\u00f6lkerung \u00fcberwiegend zufrieden. Man hat in den letzten Jahrzehnten einen enormen Aufstieg sehen k\u00f6nnen und selber erlebt. Das Individuum kann also entweder im Kapitalismus zu den Gewinnern geh\u00f6ren, oder in der Partei (abh\u00e4ngig vom Geburtsstand) Karriere machen. Zumindest wird das suggeriert. Im Hintergrund stehen aber Deportationslager und die Angst, zu verschwinden. Die Partei h\u00e4lt die Bev\u00f6lkerung aus taktischen Gr\u00fcnden ruhig und gehorsam, denn Funktion\u00e4re wollen sehr gut (reich) leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Novum in der Weltgeschichte ist dabei die \u00dcberwachung durch Technik, der viele Chinesen unwissend (oder wenig-wissend) und unkritisch gegen\u00fcber stehen. Orwell h\u00e4tte seine Freude.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Inneren arbeitet China an der Vereinheitlichung. Die Han sollen und haben de facto die \u00dcberhand. (vgl <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sinisierung\">Sinisierung<\/a>)<\/p>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\">Das Reich der Mitte<\/h6>\n\n\n\n<p>In der Historie hat China durchaus eine expansive Politik betrieben. Mit der Mauer im Norden zur mongolischen Steppe, im Westen Tibet und den Himalaya, s\u00fcdlich Regenwald und im Osten Meer war es aber saturiert (nach <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Saturiertheit\">Bismarck<\/a>). Abgesehen von den Sonderverwaltungszonen, wie zB Hongkong oder Macao, hat China kein gro\u00dfes Interesse auf Ausbreitung. Zumindest noch nicht. Taiwan wirkt wie eine historische Ausnahme. Die Chinesen k\u00f6nnten die Insel im Handstreich einnehmen, tun es aber (noch) nicht, da dies internationale Beziehungen schwer belasten w\u00fcrde. Also konzentriert sich die Expansion vorerst auf Hongkong, das anders als zB Shanghai (Pudong) offenbar Widerstand leistet. Die Welt schweigt und China sieht sich best\u00e4tigt. Mittlerweile auch milit\u00e4risch nicht mehr ohne Weiteres schlagbar zu sein, best\u00e4rkt das das Bewusstsein der \u00dcberlegenheit. <\/p>\n\n\n\n<p>China \u00fcbernimmt durch Softpower, und durch Hochtechnologie. (Das Meiste ist zwar <sup>(von den US-Amerikanern) <\/sup>gestohlen, aber ) Die eigene Entwicklung gewinnt an Fahrt. Entwicklung von k\u00fcnstlicher Intelligenz ist datengetrieben. Daten gibt es viele in China.<\/p>\n\n\n\n<p>In Afrika und Asien investiert China stark. Die Billiglohn-Produktion wird ausgelagert. Urbanisierung und Fokussierung auf den Dienstleistungssektor scheinen optimal f\u00fcr eine Elite, um Kontrolle und Macht auszu\u00fcben. Zur Not macht man mit einer Bombe eine ganze Stadt platt (Das ist nat\u00fcrlich <sup>(noch) <\/sup>\u00fcbertrieben; es gibt <sup>(noch) <\/sup>andere Wege). <\/p>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\">Eine Blaupause?<\/h6>\n\n\n\n<p>Ist China also eine Blaupause f\u00fcr die globale Zukunft? Ja und nein. Es gibt verschiedenste Kr\u00e4fte und M\u00e4chte, die an der Erde und ihren Ressourcen zerren. Schlie\u00dflich jedoch gibt und gab es lange Zeit eine Hierarchie unter den Menschen. Vereinfacht sind das die Herrscher und die Beherrschten. Die Beherrschten &#8222;erwirtschaften&#8220; das Leben der Beherrscher. Und Herrscher bek\u00e4mpfen sich untereinander durch ihre Beherrschten um mehr Macht.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber gibt es in unserer &#8222;westlichen Gesellschaft&#8220; Herrscher und Beherrschte? Jedenfalls scheint die moderne Demokratie gewisserma\u00dfen ein Anachronismus zu sein und wir sind immerhin so priviligiert unsere Anf\u00fchrer selber w\u00e4hlen zu k\u00f6nnen. Irgendwer muss es aber bezahlen. Es geht hier also eher um Besitz, als um Waffen, denn mit Besitz kann man sich Bewaffnete kaufen. Herrschaft erfordert immer die Bereitschaft und das Verm\u00f6gen die Herrschaft durchzusetzen. Die Herrscher sind die Besitzenden.<\/p>\n\n\n\n<p>Besitz? Was denn besitzen? Die Antwort ist vielf\u00e4ltig. Es f\u00e4ngt an mit den Gegenst\u00e4nden, die ich unmittelbar <em>habe<\/em>. Ich kann einen Ein-Kilo schweren Goldbarren jederzeit mit mir rumtragen, ich kann aber auch einen Stein von einem Kilo nehmen. Da Steine h\u00e4ufiger als Gold vorkommen, ist meinem Umfeld der Goldbarren &#8222;mehr Wert&#8220;. Es geht daher um Wertzumessung. Ich k\u00f6nnte mich auch f\u00fcr hundert 100-Euro-Scheine entscheiden; der Wert wird durch meine Umgebung bestimmt. Dann gibt es Grundbesitz. Wie zuvor erl\u00e4utert muss die Herrschaft durchgesetzt werden k\u00f6nnen. Im Falle des Goldes, oder des Geldes kann ich mich wahrscheinlich selbst noch ganz gut sch\u00fctzen. Aber Grundbesitz ist schwierig zu verteidigen. Daf\u00fcr gibt es Gesetze und ein Kataster. Im Kataster wird festgeschrieben wem welches St\u00fcck Land geh\u00f6rt. Schlie\u00dflich gibt es die digitalen Besitzt\u00fcmer, wie ein Guthaben bei einer Bank, oder Bitcoin. Normalerweise wird Besitz vererbt, also \u00fcber Generationen weiter gegeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier schlie\u00dft sich der Kreis zu China und der Geschichte: Immer schon wollte der Mensch das Beste f\u00fcr sich und seine N\u00e4chsten!  Herrscher versuchen ihre Lebzeit zu \u00fcberdauern. Beherrschte arbeiten f\u00fcr die Herrscher. Es macht daher f\u00fcr die Herrscher durchaus Sinn die Beherrschten anonym und beeinflu\u00dfbar zu halten (vgl <a href=\"https:\/\/bestechlich.com\/?p=370\">Dumme Massen<\/a>). Dabei sollten Debatten und Diskurse durchaus zugelassen werden, solange sie sich nicht gegen &#8222;Grunds\u00e4tzliches&#8220; richten (zB das Kataster und Grundbesitz allgemein). Wenn die Diskussion also in die rote Zone abzudriften droht, sollte der Herrscher die Protagonisten deportieren. Das ist in unserer, freiheitlich, demokratischen Welt zum Gl\u00fcck noch nicht m\u00f6glich, aber die Denunziation als Versch\u00f6rungstheoretiker ist nicht weit. Die &#8222;\u00fcbergeordnete Institution&#8220; ist die ver\u00f6ffentlichte Meinung. Zwar darf diese nicht zu weit von der durchschnittlichen Meinung entfernt sein, aber sie kann -geschickt platziert- durchaus disziplinarische Wirkung entwickeln. <\/p>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\">Wird es einen Krieg geben?<\/h6>\n\n\n\n<p>Nein, es wird keinen <em>gro\u00dfen<\/em> Krieg geben.<sup> (Solange nicht jemand ausrutscht oder aus Fanatismus handelt)<\/sup>.<\/p>\n\n\n\n<p>Fanatismus ist klar von Ideologie zu unterscheiden. Fanatismus ersetzt Rationales durch Ideologisches. Ideologie widerlegt Fanatismus durch Rationales. Kurz: Der Fanatiker z\u00fcndet die Atombomben, der Ideologe schafft sie ab. Einen Atomkrieg kann man zwar in Bunkern \u00fcberleben, aber ein Leben an der Oberfl\u00e4che ist durchaus verhei\u00dfungsvoller. <\/p>\n\n\n\n<p>Es wird also kleinere, begrenzte Konflikte geben. Teile und Herrsche. Darum auch das zulassen von durchaus kontroversen Themen.<\/p>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\">Das passiert<\/h6>\n\n\n\n<p>Die Herrscher arrangieren sich, jedem sein Eintrag im Kataster der Erde. Schlie\u00dflich braucht man Freunde. Nat\u00fcrlich wird und darf man das <em>so<\/em> nicht preisgeben. Man h\u00e4lt sich besser im Hintergrund und schickt seine &#8211; meist gutbezahlten &#8211; Vordenker in die \u00d6ffentlichkeit. Es w\u00e4re sehr naiv zu glauben, dies w\u00fcrde nicht <em>bei uns<\/em> passieren.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Ich fange den Kuchen, und werfe dir die Kr\u00fcmel hin&#8230; Ich sage dir das sind Kuchen, werfe die Kr\u00fcmel und sage das sind Kuchen&#8230; So sagte mein Chef.<\/em><\/p>\n\n\n\n<h6 class=\"wp-block-heading\">Sklaverei<\/h6>\n\n\n\n<p>Letztlich geht es um unsere Seelen, unser wirkliches Ich. Aber hier auf der Erde geht es um uns. Wir k\u00f6nnen <em>den Weg<\/em> oder <em>den anderen<\/em> gehen, oder wir machen unseren <em>eigenen Weg<\/em>. Aber es wird ein <strong>Weg des Kollektivs<\/strong> sein. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>China ist nicht wie &#8222;der Westen&#8220;. China hat in seiner Geschichte bis zur Einigung nach Mao Zedong viele Prozesse durchgemacht. Eigentlich ist dieser Prozess auch nicht abgeschlossen. Aber darum soll es nicht gehen. 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